Martinskirche



Geschichte


Die älteste noch existierende Kirche in Apolda.

In einer Schenkungs-urkunde vom 1. Mai 1119 schreibt man von einer Kirche, die dem heiligen Martin geweiht ist. Die Urkunde besagt, das Graf Wichmann aus Vorliebe gegen den Probst Embrico zu Erfurt der dasigen Hauptkirche zur Jungfrau Maria zehn Kirchen in seinen Besitzungen vergibt, darunter zwei Kirchen in Appolde. Diese Urkunde, die sich im Thüringischem Staatsarchiv in Weimar befindet, beweist klar und eindeutig, das Apolda im Jahre 1119 bereits zwei Kirchen hatte. Diese beiden Kirchen waren die Johanniskirche innerhalb der Burggebäude und die ehemalige Stadt - und  jetzige Martinskirche. Der Ort, an dem die Johanniskirche innerhalb der Burg gestanden hat, läßt sich nicht mehr bestimmen. Die Martinskirche ist damit das älteste heute noch erhaltene Bauwerk in Apolda. Allerdings ist sie im Laufe ihres Bestehens erweitert und mehrfach umgebaut worden. Aus den Urkunden ist jedoch nicht ersichtlich, ob es sich um eine Neugründung oder um den Nachfolgebau einer Holzkirche handelt. Auffallend ist der Weihename des Kirchenpatrons und seiner Verbreitung gegenüber anderer Kirchenheiligen im Thüringer Raum. Die Wahl des Schutzpatrons ist nicht zufällig oder willkürlich getroffen worden. Der heilige Martin, Schirmheiliger der Franken, gelangte mit der fränkisch-christlichen Mission nach Thüringen.

 

Anhand dieser Kirchennamen kann auch der ehemals fränkische Kolonisationsraum nachgezeichnet werden. Ein archäologischer Nachweis, das es sich bei der Martinskirche um die Reste eines Siedlungshofes der Franken handelt, konnte noch nicht erbracht werden. Christoph von Vitzthum, der über 50 Jahre die Herrschaft über Apolda ausgeübt hat, wurde in der Stadtkirche (jetzt Martinskirche) beigesetzt.

 


Bilder


Turmbesteigung 2017