Rathaus


Zu Anfang des 16 Jahrhunderts stand unser Rathaus mitten auf dem Marktplatz, ein kleines Bauwerk mit Schindeln gedeckt und mit einem Zaun umgeben, welcher die Rathausfreiheit oder Ratsfreiheit einschloß. Die Ratsfreiheit war beschränktes Hoheitsgebiet.

In diesem Gelände war jeder „Spaß“ verboten. Sollte jemand einen verwunden oder sonst Frevel treiben: „so soll er stehen zu den Bürger Gnade“ Die ganze Bürgerschaft sollte also für den Missetäter die Strafe bestimmen.

Die wenigen Gassen und der Marktplatz waren ungepflastert. Da es baufällig und der Ausdehnung der Stadt, sowie der Entfaltung des Stadtlebens hinderlich war, wand man sich an den damaligen Schloßherren.

Auf die wiederholten Bitten des Rates und der Bürgerschaft genehmigten im Jahre 1558 Christoph von Vitzthum den Bau eines neuen Rathauses, welcher 1559 vollendet war. 1559 wurde der Wert des Rathauses auf 60 Alschock taxiert. Der untere Teil des Hauses war des Rates Schenkstube.(siehe Lokalitäten)

 

Der Turmknopf erzählt... Wie oft ruht unser Blick im Vorübergehen für einen Augenblick auf der Rathausturmuhr. Wie selten dagegen gleiten die Augen weiter hinauf zur Spitze. Und doch gerade diese Spitze – der Turmknopf – hat es in sich.

Im Juni 1953 wurde sie herunter genommen, und erst jetzt merkte man, daß da oben etwas fehlte, etwas sehr wesentliches. Der Rathausbau scheint ohne Spitze stumpf, förmlich gedrungen und unvollendet. Der Turmknopf und die Fahne mußten aber aus baulichen Gründen herab genommen werden. Die stetige Verwitterung der vergoldeten Außenhaut der Spitze bedingt in gewissen Zeitabständen eine Restaurierung. Dadurch ist es uns vergönnt gewesen, Einblick in seltene Stadturkunden zu nehmen, die in einer verschraubten Eisenbüchse und zwei Zinkblechbüchsen im inneren des Turmknopfes Jahr für Jahr weit über unseren Köpfen das Zeitgeschehen Apoldas überdauerte.

Ein neu angelegtes Inhaltsverzeichnis ergab die Übereinstimmung mit den in früheren Jahren angefertigten Bestandsnachweisen.