Sankt Bonifatius



Geschichte


Im Jahre 1884 bildete sich eine kleine katholische Gemeinde in Apolda. Diese erreichte 1890 eine Anzahl von 296 Personen. Der 1884 erworbene kleine Raum, welcher zur Kapelle umgebaut wurde, entsprach hinsichtlich der Größe nicht mehr den Anforderungen. So erwarb 1892 der für Apolda zuständige bischöfliche Stuhl in Fulda das Grundstück an der Stobraer Straße oberhalb des Schützenplatzes. Nachdem am 28. September mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen wurde, erfolgte bereits am 23. Oktober 1892 die Grundsteinlegung für den Bau einer katholischen Kirche. Für den Bau wurde der Architekt Max Meckel aus Frankfurt/M. gewonnen, welcher bereits andere katholische Kirchen projektiert hatte. Bauausführender war der Maurermeister Eduard Seidel. So entstand nach knapp zweijähriger Bauzeit eine im gotischen Stil errichtete dreischiffige Kirche. Der achteckige Turm entstand an der rechten Seite des Bauwerkes und nahm 3 Glocken, gegossen in der Apoldaer Glockengießerei Ulrich, auf. Der Turm selbst ist das zweithöchste Bauwerk Apoldas. Eine Besonderheit weist der Turm allerdings auf, er besitzt keine Uhr.

Nach Fertigstellung der nebenan erbauten katholischen Schule am 09.10. erfolgte eine Woche später am 14.10.1893 das Richtfest des Kirchenbaues.

Die heutige Ausgestaltung entspricht nicht mehr vollständig aus der Zeit ihrer Entstehung. In verschiedenen Erneuerungsphasen wurde die Kirche modernisiert. Bestehen geblieben sind jedoch die mit Ornamenten verzierte Holzdecke des Mittelschiffes, das Gestühl, die Beichtstühle, der Taufstein, die Orgel sowie die Bleiglasfenster. Die Seitenschiffe beherbergen die Beichtstühle, den Kreuzweg und den Prozessionsumgang.

 

Die Fenster bilden einen einzigartigen Schmuck, angefertigt von dem Frankfurter Glasmaler I. Dröser.

Die Orgel mit 23 klingenden Registern stammt von dem Orgel- und Instrumentenbaumeister Martin Schlimbach aus Würzburg.

Am 30. 09. 1894 wurde die Kirche mit einer Konsekration auf den Namen St. Bonifatius geweiht.

Die Einweihung und Einsegnung wurde durch den Bischof von Fulda, Prälat Doktor Komp, durchgeführt.

 

Die drei Glocken waren zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorhanden, sie wurden erst 1897 durch die Glockengießerei der Gebrüder Ulrich gegossen und am 17. Oktober 1897 in der Kirche aufgezogen sowie durch Pfarrer Hermann Trappe geweiht.

 

Die große und mittlere Glocke existieren nicht mehr, sie wurden mit einem Gesamtgewicht von 1446 Kg am 14.08.1917 für Kriegszwecke abgenommen und eingeschmolzen.

 

Quellenangabe: Apoldaer Tageblatt, 30.09.1892  Apoldaer Tageblatt, 15.09.1894 Apoldaer Tageblatt, 20.09.1894 Apoldaer Tageblatt, 22.06.1897 Apoldaer Heimat, 12.Jhrg. , 1994  Apoldaer Heimat, 16.Jhrg. , 1998   PrivatarchivScholz


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