Stadthaus


Über Jahrhunderte befand sich die städtischen Behörden Apolda im Rathaus am Markt.

Im Ereignis der industriellen Entwicklung verzeichnete man in unserer Stadt zwischen 1870 und 1890 eine Verdoppelung der Einwohnerzahl. Neue Räumlichkeiten für die städtischen Behörden wurden daher zum dringenden Erfordernis. Einen entsprechenden Entschluß faßte der Gemeinderat 1890, aber erst 1903 erwarb die Stadt das Baugelände an der Bachstraße zwischen der Goldgasse und Fleischergasse (Brückenborn). Zwei Jahre später folgte der Abbruch der dort befindlichen Häuser, das Lehnesche - und das Kanzsche Haus. Mit der Ausschreibung eines Wettbewerbs zur architektoni­schen Gestaltung des Gebäudes forderte die Stadt Apolda zur Einreichung von Projektunterlagen auf. Aus der Vielzahl der Eingereichten Entwürfe bekam schließlich das Projekt des Münchner Architekten Otto Schnarz den Zuschlag. Er wurde mit der Bauausführung beauftragt. 1907 begann man mit dem Bau, der Ende 1909 abgeschlossen wurde. Am 3. Januar 1910 ergab die Schlußabnahme des Gebäudes durch den Großherzoglich Sächsischen Landesbaumeister "im allgemeinen einen befriedigenden Befund, so daß mit der Ausstattung der Räume begonnen werden konnte. Apolda verfügt damit über ein Stadthaus, mit dem eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten der städtischen Verwaltung möglich wurde. Durch die Zentrale Lage und die repräsentative architektonische Gestaltung gehört das stattliche Gebäude ohne Zweifel zu den Städtebauliche Dominanten Apoldas.

 

1996-1997 Rekonstruktion des Daches (Text Dr. Thomas Bahr/Dornheim)